Dienstag, 22. April 2014

Wenn der Himmel Feuer fängt


Aus Schwarz steigt auf ein sanfter Schimmer,
immer heller wird das Licht,
bis der Himmel Feuer fängt.

Wasser lischt die Flamen,
Blau ergießt sich überall und im Himmel
spiegelt sich ein Meer.

Bevor es wieder Dunkel wird,
tuen Flammen sich hervor.
Sie entzünden, was sie finden, sterben
und die Welt liegt schwarz im Ruß.

*

Die Dämmerung bricht schnell herein,
überrollt den Himmel mit Ta-Raa
tunkt ihn ein, in neue Farbe,
zeigt in ihrer schönen Pracht auch ihre volle Kraft.

Sie ist Vorbote der Dunkelheit durch Licht
täuscht mit ihrem Farbenspiel und lockt
die Wesen der Dunkelheit hervor.

Während langsam sich entzündend
alles Blau des Tags verschwindet,
lauert schon im Hintergrund
die Finsternis der Nacht.

In seinem letzten großen Kampf
verliert der Tag die Macht
und gibt Platz für tiefe Nacht.

Freitag, 18. April 2014

Der Blick aus meinem Fenster

Ich kann von meinem Fenster aus in den Himmel blicken. Über Schornsteinen, Dächern und Antennen kann ich die Vögel fliegen und die Wolken vorbeiziehen sehen. Und bei Nacht, da kann ich die Sterne zählen und mich in Gedanken auf ferne Reisen begeben.
Aus meinem Fenster schaue ich in eine kleine Welt. Eine Welt, die für andere verborgen bleibt. Meine Welt ist meistens ruhig, aber steht niemals still. Und manchmal da stürmt es und dann ist meine Welt laut, dunkel und kalt.

Während unseres Lebens schauen wir durch viele Fenster. Wir sehen die Welt aus unterschiedlichen Blickwinkeln und aus welchen Fenstern wir blicken ist entscheidend dafür, wie unsere Welt aussieht. Es gibt so unterschiedliche Fenster: kleine Fenster, große Fenster, runde Fenster, schräge Fenster, Milchglasfenster... Und so unterschiedlich wie die Fenster sind auch die Menschen, die aus den Fenstern gucken. Selbst wenn wir aus dem gleichen Fenster schauen nehmen wir unterschiedliche Dinge wahr. Die Welt ist zu vielfältig, um sie komplett zu sehen. Niemand kann alles verstehen und jedes Detail erforschen. Und so bleiben wir vor unseren Bruchstücken stehen und versuchen uns daraus unser Weltbild zu basteln. Uns fehlen so viele Teile in unserem Puzzle, denn wo Fenster sind, sind auch Mauern. 

Montag, 7. April 2014

Kapitel 1

Das Gleichgewicht von Gut und Böse 


Alles Leben hat einen Anfang und ein Ende. Das ist das Einzige worauf man sich verlassen kann. Ist es nicht gut, dass es wenigstens einen sicheren Punkt gibt, an den man sich klammern kann: Die Gewissheit, das alles irgendwann vorbei ist? Ist das Hoffnung oder Verzweiflung? Anfang und Ende – Zwei Gegensätze die scheinbar so weit auseinander liegen und doch so eng mit einander verbunden sind. Ohne Anfang gäbe es keine Ende. Ohne Ende gäbe es keinen Anfang.

Wie mit dem Anfang und dem Ende verhält es sich mit Gut und Böse. Gäbe es nichts Böses, dann gäbe es auch nichts Gutes. Nur im Verhältnis zum Bösen erscheint das Gute gut. Wenn es also das Böse nur gibt, damit es Gutes gibt – Wäre das Böse dann nicht auch das Gute?

Gut und Böse sind reine Empfindungen. Es existiert nichts Gutes und nichts Böses. Alles was wir tun sind Maßstäbe anzulegen, die wir selbst erfunden haben. Alles was wir fühlen, was wir nicht vermögen durch Worte, Zahlen, Bilder oder Klänge auszudrücken, besitzt zwei Seiten. Glück kennen wir nur, weil wir im Spiegel des Glückes Unglück sehen. Wohlstand entsteht nur durch Armut.

Alles hat zwei Seiten. Der Unterschied besteht nur darin was du siehst und was du zeigst, wen du siehst und wem du es zeigst. Zur Hälfte Gut, zur Hälfte Böse. Das ist es, was das Gleichgewicht aufrecht erhält.

Wie wäre eine Welt, in der es weder Liebe, noch Hass, weder Gut, noch Böse, weder Anfang, noch Ende gäbe? Wäre sie Paradies oder Hölle? Oder würde sie einfach aufhören zu existieren?